Glossar

Androgene
sind bei Männern und Frauen natürlich vorkommende Hormone. Ihnen kommt im Körper eine wichtige Bedeutung zu, auch für die Sexualfunktionen. Eine Verbindung zu den Sexualfunktionen wurde bereits in den 30er Jahren nachgewiesen. Einem wichtigen Vertreter der Androgene, dem Testosteron, kommt eine Schlüsselrolle bei der sexuellen Lust zu.
Kurz-Fragebogen zu sexuellen Störungen der Frau (B-PFSF).
Dieser von Experten entwickelte Fra­gebogen soll Patientinnen unterstützen, ihr sexuelles Verlangen und die damit verbundene seelische Belastung besser einzuschätzen. Mit seiner Hilfe können Sie auch entscheiden, ob Sie für eine weitere Beurteilung einen Arzt aufsuchen möchten oder nicht. Der Fragebogen bezieht sich auf Probleme, die in Verbindung mit sexu­eller Lustlosigkeit auftreten können, darunter vermindertes sexuelles Verlangen und begleitender Leidens­druck, verminderte sexuelle Erregbarkeit und Orgasmus­fähigkeit.
Östrogene
sind im Körper natürlich vorkom­mende Hormone, die von den Eierstöcken pro­duziert werden. Ein niedriger Östrogenspiegel nach der Menopause kann zu Hitzewallungen, Schlafstörungen, Vaginaltrockenheit und Stim­mungsschwankungen führen.
Sexuelle Störung der Frau.
Damit werden die dauerhaften oder wiederholten Schwierigkeiten bezeichnet, die in einem oder mehreren der folgenden Bereiche auftreten: sexuelles Verlangen, sexuelle Erregbarkeit, Orgasmusfähigkeit, Schmerzempfinden beim Geschlechtsverkehr.
Hormonersatztherapie (HRT).
Hierbei handelt es sich um eine Östrogen- oder Östrogen-Progesteronbehandlung für menopausale und chirurgisch bedingt menopausale Frauen, die allgemeine Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Vaginaltrockenheit mindert.
Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD), zu deutsch: Störung mit vermindertem sexuellem Verlangen.
Dieser medizinische Begriff beschreibt vermindertes sexuelles Verlangen, das Leidensdruck verursacht.
Natürliche Wechseljahre
Die Wechseljahre sind ein normales und völlig natürliches Ereignis im Leben einer Frau. Sie werden durch den Zeitpunkt der letzten Regelblutung definiert. Mit den Wechseljahren geht eine reduzierte Funktion der Eierstöcke einher, welche zu einem Absinken der Produktion von Sexualhormonen (Östrogen, Progesteron, Testosteron) führt. Die Wechseljahre treten auf natürliche Weise im Durchschnittsalter von 51 Jahren ein, sie können grundsätzlich aber jederzeit (künstlich) herbeigeführt werden, beispielsweise durch einen medizinischen Eingriff.
Künstlich herbeigeführte Wechseljahre.
Von künstlich herbeigeführten Wechseljahren spricht man, wenn die Monatsblutungen aufgrund eines medizinischen Eingriffs ausbleiben. Dies kann die Folge einer chirurgischen Entfernung beider Eierstöcke und der Gebärmutter sein (chirurgisch induzierte Menopause genannt), oder aber durch bestimmte Krebstherapien ausgelöst werden.
Frühzeitige Wechseljahre.
Von frühzeitigen Wechseljahren spricht man, wenn die Wechseljahre vor, oder im Alter von 40 – 45 Jahren eintreten. (Natürliche Wechseljahre treten normalerweise später, im Durchschnittsalter von 51 Jahren ein.) Einige Frauen sind genetisch dazu prädisponiert, bei anderen können die Wechseljahre frühzeitig durch autoimmune Störungen oder andere medizinische Unregelmässigkeiten ausgelöst werden. Frühzeitige Wechseljahre können auch durch medizinische Therapien wie Chemotherapie oder Strahlentherapie ausgelöst werden.
Testosteron.
Testosteron zählt zur Gruppe der Androgene und ist für beide Geschlechter das wichtigste Hormon für die sexuelle Lust. Auch für bestimmte kognitive Fähigkeiten (Kreativität, Intellekt, Antrieb) spielt Testosteron bei beiden Geschlechtern vermutlich eine große Rolle. Im männlichen und im weiblichen Körper trägt Testosteron zum Wachstum der Knochen in der Entwicklungsphase bei und erhöht die Muskelmasse. Auch um Fett gut verbrennen zu können, ist Testosteron wichtig. Bei Frauen wird Testosteron in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde produziert, bei Männern zum größten Teil in den Hoden. Der Gehalt an Testosteron im Blut einer Frau ist durchschnittlich 10 mal so hoch wie ihr Östrogenspiegel und ohne Testosteron kein Östrogen, denn dieses entsteht erst durch chemische Umwandlung aus Testosteron im weiblichen Körper. Der Testosteronspiegel ist bei Frauen ungefähr zehnmal niedriger als bei Männern.
Ob Sie Lust empfinden oder nicht, wird unter anderem auch durch das Zusammenspiel von Hormonen in Ihrem Körper reguliert. Was vielfach unbekannt ist: Frauen und Männer produzieren dieselben Sexualhormone. Beide Geschlechter unterscheiden sich nur darin, wie viel des jeweiligen Botenstoffs produziert wird und wie der Körper darauf reagiert. Die zwei wichtigsten Hormone bei der Lustentstehung sind Östrogen und Testosteron. Jede Frau hat einen für sie persönlich normalen Testosteronspiegel, der mit dem Alter abnimmt. So hat eine 40jährige Frau im Schnitt eine nur noch etwa halb so hohe Testosteron-Konzentration im Blut wie eine 20jährige. Während der Wechseljahre produzieren die Eierstöcke zunehmend weniger Hormone, das gilt auch für das Testosteron. Einigen Frauen fehlt dadurch die sexuelle Energie.