Was passiert mit mir?

Körperliche Veränderungen

Wechseljahre

Die Wechseljahre sind ein normales und völlig natürliches Ereignis im Leben einer Frau. Sie werden durch den Zeitpunkt der letzten Regelblutung definiert. Mit den Wechseljahren geht eine reduzierte Funktion der Eierstöcke einher, welche zu einem Absinken der Produktion von Sexualhormonen (Östrogen, Progesteron, Testosteron) führt.

Die Wechseljahre treten auf natürliche Weise im Durchschnittsalter von 51 Jahren ein. Sie können grundsätzlich aber jederzeit herbeigeführt werden, beispielsweise durch einen medizinischen Eingriff (chirurgische Entfernung beider Eierstöcke und der Gebärmutter; dies wird auch chirurgische Menopause genannt), durch eine Krankheit oder eine medizinische Therapie (z.B. gewisse Krebstherapien). In den Wechseljahren erfährt der weibliche Körper starke Änderungen aufgrund des plötzlichen Abfalls an Sexualhormonen, vor allem Testosteron und Östrogen.

Testosteron

Dem Testosteron soll für das sexuelle Verlangen der Frau eine tragende Rolle zukommen. Jede Frau hat einen für sie persönlich normalen Testosteronspiegel, der mit dem Alter abnimmt. So hat eine 40jährige Frau im Schnitt eine nur noch etwa halb so hohe Testosteron-Konzentration im Blut wie eine 20jährige. Während der Wechseljahre produzieren die Eierstöcke auch weniger Testosteron. Einigen Frauen fehlt dadurch die sexuelle Energie. Wenn Frauen das Wort „Testosteron“ hören, denken sie vielleicht nicht in erster Linie an den eigenen Körper, sondern an starke Muskeln oder eine behaarte Männerbrust. Das „Frauen-Hormon“ ist eher Östrogen, so die landläufige Meinung. Aber der normale Spiegel des Testosterons im Blut einer Frau ist zehnmal höher als der Östrogen-Spiegel. Und selbst Östrogen entsteht erst durch chemische Umwandlung des Testosterons im Körper. Testosteron sorgt nicht nur für Muskeln, sondern ist mitverantwortlich für Ihr Verlangen.

Oestrogen

Veränderungen des Östrogenspiegels in den Wechseljahren können zu Hitzewallungen, Vaginaltrockenheit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen führen. Es wird angenommen, dass Östrogen bei der Befeuchtung der Vagina eine Schlüsselrolle zukommt. Zur Linderung dieser Symptome wird meist eine Hormonersatztherapie (HRT) empfohlen.

Neben dem Hormonhaushalt spielen seelische Faktoren, etwa Partnerschaftskonflikte oder belastende Lebensumstände, ebenfalls eine Rolle. Andere Ursachen für sexuelle Lustlosigkeit sind Krankheiten (beispielsweise Depressionen, Arthritis, Herzerkrankungen und Bluthochdruck) sowie bestimmte Medikamente (etwa Antidepressiva oder blutdrucksenkende Mittel).

Das sexuelle Verlangen kann bei Frauen in den Wechseljahren und insbesondere bei einer chirurgischen Menopause merklich nachlassen und die partnerschaftliche Beziehung beeinträchtigen. So wird sexuelle Lustlosigkeit als ein wichtiger Grund für Unzufriedenheit in der Partnerschaft erachtet.